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Themenreihe „Bildungsalphabet“

In unserem täglichen Tun beschäftigen wir uns mit vielen verschiedenen Themen in den Bereichen Bildung, Arbeit und Regionalentwicklung. Dabei stolpern wir immer wieder über spannende Fakten und Diskussionen, die wir gerne teilen möchten. Beginnend mit dem Themenfeld der Bildung haben wir entlang des Alphabets 26 Begriffe und Fakten gesammelt, die wir in unserer kleinen Themenreihe „Bildungsalphabet“ erläutern wollen.

Weiter geht es mit B – B wie berufliche Bildung

Die berufliche Bildung umfasst einerseits den gesamten „Bereich der Ausbildung, der im beruflichen Bildungswesen sattfindet (Berufsschulen, Berufsfachschulen, Fachoberschulen, Berufsakademien usw.) und berufsbezogene Inhalte vermittelt. Zur beruflichen Bildung gehören die Berufsausbildungsvorbereitung an Berufsschulen, die Berufsausbildung, die Fort- bzw. Weiterbildung und die Umschulung. Andererseits bedeutet Berufsbildung auch die Entstehung von Berufen, d. h. die Spezialisierung auf einen bestimmten Arbeitsbereich (Berufszweig).“ (Quelle: bpb.de)

Die Berufsausbildungsvorbereitung ist für junge Menschen, die nach der allgemeinbildenden Schule Schwierigkeiten haben, in einem Ausbildungsberuf Fuß zu fassen. Laut §1 des BBIG zielt sie darauf ab, „durch die Vermittlung von Grundlagen für den Erwerb beruflicher Handlungsfähigkeit an eine Berufsausbildung in einem anerkannten Ausbildungsberuf heranzuführen.” Dabei wird nicht nur Unterstützung zur Berufswahlentscheidung angeboten, sondern auch schulische Grundlagen verbessert und persönliche Probleme behandelt. (Quellen: ueberaus.de und gesetze-im-internet.de)

Die Berufsausbildung findet größtenteils in einem dualen System aus beruflicher Praxis und begleitender Berufsschule statt. Diese Art der Ausbildung ist tatsächlich weltweit einzigartig und bietet viele Vorteile. Auszubildende erhalten ab dem ersten Monat an eine Vergütung und starten damit (teilweise) in die erste Eigenständigkeit. Sie erlernen ihre fachlichen Fähigkeiten direkt im Betrieb und erhalten die Chance, von diesem am Ende übernommen zu werden. Dadurch resultiert auch die niedrigste Jugendarbeitslosigkeit in Europa, da nur ausgebildet wird, wer auch benötigt wird (Quelle: dihk.de).

Eine Ausbildung eröffnet zudem viele weitere Möglichkeiten zur beruflichen Fort- und Weiterbildung. 2019 nahmen allein 7.4 Millionen Menschen an einer beruflichen Fort- oder Weiterbildung teil (Quelle: destatis.de). Dabei geht es vor allem um den Erhalt beruflicher Kenntnisse und Fertigkeiten, um Anpassung dieser an die technischen Entwicklungen oder um einen beruflichen Aufstieg zu ermöglichen (Quelle: bpb.de). Im Unterschied zu Fortbildungen, müssen sich die Inhalte einer Weiterbildung nicht zwangsläufig auf den derzeit ausgeübten Beruf beziehen. Zudem erfolgt eine Weiterbildung zumeist auf Eigeninitiative mit dem Ziel das persönliche Qualifikationsprofil zu erweitern, während eine Fortbildung eher der Anpassung oder Erweiterung der Qualifikationen an neue Anforderungen am Arbeitsplatz dient. Bei der Umschulung, werden bereits qualifizierte Arbeitskräfte in einem anderen Beruf ausbildet. Dies kann zum Beispiel nach langer Arbeitslosigkeit, Krankheit oder einfach veränderten Anforderungen am Arbeitsmarkt notwendig sein. Das Gute: Sowohl manche Fort- und Weiterbildungen als auch viele Umschulungen können von der Bundesagentur für Arbeit gefördert werden. (Quelle: bpb.de)

Trotz aller Vorteile und ihrer Einzigartigkeit, entscheiden sich immer mehr junge Menschen gegen eine berufliche Ausbildung und für ein Studium. Ein Grund hierfür ist unter anderem der durch Globalisierung und Digitalisierung bedingte Wandel der Arbeitswelt und den damit verbundenen veränderten Anforderungen an Kompetenzen. In vielen Berufsfeldern werden neue Kompetenzen relevant, etwa Abstraktionsfähigkeit oder die Fähigkeit zum selbstgesteuerten Lernen. Fähigkeiten, die in der dualen Ausbildung bislang nur wenig verankert sind (Quelle: bpb.de). Daher wird von verschiedenen Institutionen zunehmend gefordert, besonders die Ausbildungsberufe attraktiver zu gestalten, sei es durch Geld, bessere Konditionen oder auch der Überprüfung der Passung von Theorie und Praxis.